Wirkungslogik

Wie wir gesellschaftlichen Wandel fördern wollen

Die europäischen Gesellschaften stehen vor vielen gesellschaftlichen Herausforderungen – wachsende soziale Ungleichheiten, eine Krise der Demokratie, ein politischer Rechtsruck, eine sich ausbreitende Klima- und Umweltkrise und schrumpfende zivilgesellschaftliche Räume. Viele junge Menschen, insbesondere aus marginalisierten Gruppen, sind von diesen Herausforderungen und ihren Folgen besonders betroffen1. Ihre Sichtweisen und Stimmen sollten daher eine wichtige Rolle bei den Entscheidungen spielen, wie diese Themen angegangen werden. Doch bisher sind junge Menschen nur begrenzt in den gesellschaftlichen und politischen Prozessen Europas2 vertreten.3

Die Gründe für dieses Phänomen sind vielschichtig und lassen sich keineswegs mit einem mangelnden Interesse der jüngeren Generationen an Politik erklären.4 Vielmehr hat die Forschung eine Entfremdung zwischen jungen Menschen und dem politischen System5, ein wachsendes Misstrauen gegenüber politischen Institutionen und Entscheidungsträger*innen6, ein Gefühl geringer politischer Selbstwirksamkeit7 sowie strukturelle und institutionelle Barrieren8 als wichtige Faktoren identifiziert, die Partizipation begrenzen und die Stimmen junger Menschen ausblenden9.

Wir haben Demokratiebildung von und für junge Menschen (nach dem Peer-Education-Ansatz) als ein Mittel identifiziert, um der mangelnden Repräsentation und Partizipation junger Menschen in (europäischen) politischen Prozessen entgegenzuwirken. Durch Kurse in Schulen und eine langfristige und intensive Zusammenarbeit mit unseren Netzwerk-Mitgliedern in ganz Europa wollen wir eine nachhaltige gesellschaftliche Wirkung erzielen.

Die folgende Grafik veranschaulicht unsere Wirkungslogik: Sie zeigt, wie unsere Vision und Mission sich in unserem pädagogischen Angebot widerspiegeln und wie dieses Angebot wiederum zu gesellschaftlichem Wandel führt.

  1. Erklärung der dritten European Youth Work Convention.
  2. Wenn wir von Europa sprechen, beschränken wir uns dabei nicht auf den bestehenden institutionellen Rahmen der Europäischen Union. Vielmehr beziehen wir uns auf den Rahmen, die Werte und die Vision der Europäischen Menschenrechtskonvention des Europarates und seiner 47 Mitgliedsstaaten, deren erklärtes Ziel es ist, Menschenrechte, Demokratie und Rechtsstaatlichkeit in Europa zu wahren und lebendig zu halten.
  3. Sloam & Henn (2017), Rejuvenating Politics: Young Political Participation in a Changing World. Youthquake 2017. Palgrave Studies in Young People and Politics. Shell-Jugendstudie (2019), abgerufen von: www.shell.de/ueber-uns/shell-jugendstudie.html
  4. Grasso (2018), Young People’s Political Participation in Europe in Times of Crisis, in Pickard & Bessant (eds.), Young People Re-Generating Politics in Times of Crisis, Palgrave Studies in Young People and Politics. Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung „Sprichst du Politik?“ (2011), abgerufen von: www.sprichst-du-politik.de
  5. Sloam & Henn (2017).
  6. Jugendstudie der TUI-Stiftung – „Junges Europa“ (2018), abgerufen von: www.tui-stiftung.de/media/junges-europa-2018-die-jugendstudie-der-tui-stiftung
  7. Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung „Sprichst du Politik?“ (2011), abgerufen von: www.sprichst-du-politik.de
  8. Es ist wichtig, hier darauf hinzuweisen, dass Barrieren für Partizipation nicht alle jungen Menschen gleichermaßen betreffen, da sie sich mit Diskriminierung aufgrund von Rasse, ethnischer Zugehörigkeit, Klasse, Religion, Weltanschauung, Geschlecht, Geschlechtsidentität, sexueller Orientierung, Gesundheit, Fähigkeit und/oder anderem sozialen Status überschneiden. Mehr dazu in unserem DOOD-Leitbild.
  9. Sloam & Henn (2017).